Am 8. Mai blicken wir am Rhein als erste Generation auf sieben Jahrzehnte Jahre Frieden am Rhein zurück. Hier haben wir, die heutige Generation, allen Grund dankbar zu sein! Keine Generation vor uns hat eine solange Friedenszeit hier erleben dürfen! Gleichzeitig haben wir die Aufgabe, diesen Lebensschatz in einer von Krieg gebeutelten Welt zu bewahren, zu hegen und zu pflegen. Hier könnten wir in Achern ein Zeichen setzten: mit einem Fest „Sieben Jahrzehnte Friede am Rhein“. Wir leben hier in paradiesischen Zuständen: nur ist das vielen nicht mehr bewusst oder sie schätzen es nicht, weil es so selbstverständlich erscheint. Dabei ist das alles recht fragil und muss von jeder Generation neu erbaut werden.

So ein Fest, das die Stadt initiiert, hätte noch eine andere bedeutsame Wirkung: Derzeit gibt es durch die beiden Weltkriege bedingt diverse Daten, die entsprechende Gedenktage notwendig und sinnvoll machen. Dies ist selbstverständlich wichtig! Demokratie lernen heißt aber auch, positiv Werte zu benennen und erlebbar zu machen. Gottlob ist die Geschichte der jetzigen Generation nicht nur mit Klagen und Trauern über unfassbares Blutvergießen und Terror verbunden. Sieben Jahrzehnte Friede sind ein Erfolg, für den wir sehr dankbar sein dürfen! 70 Jahre sind schon eine bedeutsame Zeitspanne, der mit Freude gedacht  werden darf. Uns fehlt dafür ein Gespür. Papst Franziskus beschrieb in seiner Straßburger Rede Europa als „demokratiemüde“. Daran leidet Europa. Es hat diese Werte offenbar vergessen. Deshalb wollen wir ein Zeichen setzen: das Positive benennen, feiern und uns daran freuen! Aufwachen und begeistern für die Werte der Demokratie.

 

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